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Schuster und Gerber - Arbeit und Leben der ländlichen Handwerker des Mostviertels in früheren Zeiten

HeimatkundlicheBeilage zum Amtsblatt der Bezirkshauptmannschaft Amstetten Nr. 187 - 1. November 1987 - 16. Jahrgang Arbeit und Leben der ländlichen Handwerker des Mostviertels in früheren Zeiten (von Anton Distelberger, Mostviertler-Bauernmuseum) 8. Der Schuster Bevor Fahrrad und Auto ihre Verbreitung fanden, musste meist jede Strecke zu Fuß zurückgelegt werden "auf Schusters Rappen". Die Straßen waren grundsätzlich aus Sand und Schotter, wodurch sich die Schuhe schnell abnützten; sie mussten wieder gedoppelt und geflickt werden, und wenn das nicht mehr möglich war, schaffte man beim Schuster neue an. Es gab also viel Arbeit für die Schuhmacher. In dem doch nicht besonders großen Ort Zeillern bei Amstetten zum Beispiel gab es früher sechs Schuster, von denen jeder Lehrbuben und Gesellen beschäftigte und genügend Arbeit hatte. Das Schustersterben begann mit der Verbreitung der Fahrzeuge und der Schuhindustrie und unserer Entwicklung zu einer Wegwerfgesellsc...

Der Kollmitzberger Kirtag - ein Jahrmarkt mit 800-jähriger Tradition

Heimatkundliche Beilage zum Amtsblatt der Bezirkshauptmannschaft Amstetten  Nr. 7 - 1.11.1972 - 1. Jahrgang Dr. Heimo Cerny: Der Kollmitzberger Kirtag - Ein Jahrmarkt mit 800-jähriger Tradition Dort, wo der breite Strom in das gefährliche Engtal des sagenumwobenen Strudengaues eintritt, grüßt an der rechten Uferseite von beherrschender Höhe herab die weithin sichtbare Kollmitzberger Ottilienkirche. Auf diesem überragenden Aussichtspunkt am westlichen Ausläufer der Neustadtler Platte befand sich schon zur Römerzeit ein Wachtturm und lange vorher vermutlich auch eine heidnische Opferstätte. Im 13. Jh. wurde dann vom nahen Stift Ardagger aus hier heroben eine Seelsorgestation eingerichtet. Auf Grund des in unserer Heimat äußerst seltenen Patroziniums der Hl. Ottilie, der Schutzpatronin der Augenkranken, entwickelte sich die Bergkirche bald zu einem vielbesuchten Wallfahrtsort. Noch im vorigen Jahrhundert galt "St. Ottilia am Kalmizberge" als stark frequentierter G...

Der Kollmitzberg

Heimatkundliche Beilage zum Amtsblatt der Bezirkshauptmannschaft Amstetten Nr. 173 - 1. September 1986 - 15. Jahrgang Der Kollmitzberg  (von Karl Kneissl) Der Kollmitzberg ist für jeden Besucher schon von weitem ein Blickfang. Darauf weist auch sein Name hin. Der ist entweder slawisch oder vorrömisch und bedeutet jedes Mal "Berg", "Kulm". (widerlegt, siehe  Kollmitzberg – Rückblick, Einblick & Ausblick )   Der 469m hohe Berg ist ein Ausläufer des Böhmischen Massivs auf dem rechten Donauufer. Er hatte früher nur schlechte Zufahrtsmöglichkeiten. So ist es kein Wunder, dass sich auf seiner Höhe ein alter Zufluchts­ort befand. Dr. Ubl von der Bodenforschung des Bundesdenkmalamtes: "Die aller­dings verschwommenen Verwallungen zeigen, dass der Kollmitzberg als Ganzes eine Wallburg gewesen sein dürfte." Tatsächlich hieß früher die Flur um die Kirche "In der Burg" (Urkunde zur Errichtung des alten Pfarrhofes). Auch die Kirche war einst ei...